Winter Vanlife

Traum vom Winter Vanlife?

Bei uns, ging es am Anfang weniger darum, wann und wohin, sondern wann gehts überhaupt los!? Nachdem wir im Sommer den Van gekauft hatten und die folgenden Monate alle vorbereiteten, startete unser Abenteuer fast schon unfreiwillig in den Winter! Somit hieß bei uns nicht nur Start ins Vanlife, sondern direkt Start ins Winter Vanlife. Und obwohl ich heute glaube, dass unsere Naivität uns ganz schön gut getan hat, bin ich doch immer wieder beeindruckt, wie gut wir uns da durchgeschlagen haben. Denn direkt in der ersten Nacht durften wir mitten in der Nacht den Stellplatz wechseln, weil ein Unwetter unseren Parkplatz am Waldrand gefühlt fast weg spülte... und dann nachdem wir uns mitten in der Nacht in einem Bayerischen Dorf auf einen halbwegs gerade und asphaltierten Parkplatz stellten, wachten wir morgens im kompletten Schnee Chaos auf! Und Leute, jetzt finde ich es echt witzig, aber in dem Moment war es schon ein kleiner Schock Zustand. Aber uns war irgendwie echt alles egal, wir hatten so lange auf den Start ins Vanlife gewartet, da nimmt man eben auch sowas einfach mal hin. Für uns hieß es in der folgenden Zeit nicht nur mit dem Vanlife Alltag und zwei großen Personen und einem großen Hund auf minimalem Raum klarkommen, sondern gleichzeitig noch die Challenges vom Winter Vanlife mitmachen. Der Vorteil an allem, danach konnte es nur noch leichter werden.

Falls du auch schon immer davon geträumt hast, morgens die Schiebetür zu öffnen, die kalte, klare Luft einzuatmen und anstelle von Sonne und Meer, verschneite Berge vor dir zu haben, dann ist Winter Vanlife vielleicht genau dein Ding!

Aber damit du es nicht wie wir durchmachen musst, hier eine kleine Vorab-Warnung! Es ist nicht immer nur pure Romantik. Winter Vanlife bedeutet auch: Krank sein, Tüten-Fertig-Suppe, eisige Finger beim Entleeren der Toilette,, beschlagene Camper-Fenster und vor allem!!!! schwächelnde Batterien holen einen ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.

Das Leben im Van erfordert im Winter einfach ein bisschen mehr Planung als im Sommer (und das hätten wir gerne vorher gewusst!). Damit dein Trip nicht im Frost-Frust endet, zeige ich dir hier, was wirklich hilft, um das Wintercamping nicht nur machbar, sondern unglaublich gemütlich und genießbar zu machen.

Was sollte ich wissen, wenn ich Winter Camping machen will?

Unsere 6 besten Tipps, um den Winter im Camper zu überstehen:

1. Isolierung und Heizung

Unserer Erfahrung nach, macht es einen riesigen Unterschied, wie und ob dein Camper isoliert und geheizt wird! Wenn du deinen Camper ordentlich isolierst, bleibt nämlich nicht nur im Winter die Kälte, sondern auch im Sommer die Hitze draußen!

Den Camper also im Winter warm zu halten, ist das A und O. Um die Kälte, die über die Fenster in den Van kommt, so gut es geht fernzuhalten, können wir dir wirklich sehr passgenaue Thermomatten empfehlen! Davon gibt es einige, manche basteln sie sich auch selber, da sie doch etwas mehr kosten, aber meiner Meinung nach, wirklich jeden Cent wert! Mit Saugknöpfen kannst du sie easy einfach dran kleben und es macht einen Riesen Unterschied, das verspreche ich dir!

Je nachdem was für einen Camper du hast und ob du ihn selbst ausgebaut hast, ausbauen hast lassen oder gebraucht und schon fertig ausgebaut gekauft hast, über das „Camper heizen“ Thema gibt es viele Lösungen und Meinungen. Darauf werden wir hier jetzt nicht tiefer drauf eingehen, aber falls du dich dafür interessiert, kann ich dir diesen Artikel empfehlen:

Eine Möglichkeit, die auch wir nutzen, ist die Nutzung von Diesel-Standheizungen. Unsere ist von Webasto und es ist verrückt, in welcher kurzen Zeit sie den kleinen Raum komplett aufheizen kann. Und das ist im Winter schon sehr wertvoll! Also, überleg dir, welche Möglichkeit hast du, deinen Van warm zu bekommen, beziehungsweise falls du noch keine eingebaute Heizung hast, würde ich dir für den Start ins Winter Vanlife eine Diesel Standheizung sehr ans Herz legen! Sie macht den Van nicht nur unglaublich gemütlich, sondern verhindert auch, dass sich Feuchtigkeit in den Ecken sammelt (was sehr wichtig gegen Schimmelbildung ist!).

Pro-Tipp: Für extra Gemütlichkeit und damit die Wärme nicht direkt über den Boden rausgelangt, leg dir einen kleinen Teppich oder Läufer auf den Boden. Das stoppt die Kälte, die sonst extrem schnell von der Bodenplatte aus Metall nach oben kriecht.

2. Strom-Management bei Kälte und kurzen Tagen

Die meisten Strom Setups sind auf Basis von Solarpanelen und dem Laden beim Fahren über die Lichtmaschine. Das Problem dabei, wenn im Winter weniger Sonne scheint und die Tage kürzer hell sind, hast du nur noch die Möglichkeit, über das Fahren deine Batterie zu laden und auch das kann bedeuten, dass du am Ende gar nicht richtig zu Ruhe kommen kannst! Bedenke also, auch wenn Solarpanels wirklich genial sind, das die kurzen, oft grauen Wintertage die Stromversorgung zu einer echten Herausforderung machen können! Überlege dir, deine Aufbaubatterie während der Fahrt über die Lichtmaschine (mit einem Ladebooster) laden zu lassen (das gibt dir einfach eine zusätzliche Möglichkeit) und damit du aber auch sicher genug Strom hast, pack dir einen Landstrom-Adapter ein. Bei vielen Stellplätzen und bei den Campingplätzen kannst du dich dann einfach anstecken, was im Winter wirklich essentiell sein kann. Kleine Rand-Notiz: Lithium-Batterien (LiFePO4) verlieren bei Minusgraden massiv an Effizienz, verbaue sie also am besten gut isoliert direkt im warmen Innenraum deines Vans. Und falls du trotzdem beziehungsweise auch im Winter wirklich remote unterwegs sein möchtest, könnte die Anschaffung einer Ladestation praktisch sein. Wir haben ein kleines Modell von Eco Flow, die haben ganz viele verschiedene Größen und Modelle. Schau dort gerne mal vorbei, falls du doch etwas flexibler und unabhängiger unterwegs sein willst, ist das wirklich eine tolle Option! 

3. Wasser und Gas bei eisigen Minusgraden

Eine Sache, die man oft nicht mitbedenkt: eingefrorene Leitungen! Diese sind wirklich der absolute Albtraum beim Wintercamping und auch wir hatten bei manchen unvorhersehbar kalten Nächten eh Angst, damit etwas in unserem System zu zerstören! Kleiner Tipp, beziehungsweise eher ein Rat, den man eh beibehalten sollte: Habe immer das Wetter und die Temperaturen im Blick. Wenn du weißt, dass es über Nacht doch plötzlich nochmal in die Minusgrade geht, kannst du in der Nacht mit deiner Standheizung regelmäßig den Raum einigermaßen warm halten. Falls du das vergisst, kann es sonst wirklich sehr schnell auskühlen und zu geplatzten Leitungen kommen. Wenn du aber im Van im Winter unterwegs bist und täglich drin wohnst, ist die Chance generell geringer, als wenn dein Van gerade leblos wo rumsteht. Trotzdem kannst du beachten, dass du deinen Haupt-Wassertank am besten nur halb voll machst und nutze (falls es sehr kalt werden sollte) lieber für den täglichen Bedarf einen kleineren Wasserkanister, den du drinnen im Warmen aufbewahrst.

Beim Thema Gas gilt eine klare Regel: Propangas verträgt eisige Temperaturen deutlich besser als Butan. Das ist perfekt, wenn du bei Kälte kochen oder heizen willst.

4. Was tun gegen das Kondenswasser 

Beschlagene oder richtig nasse Fenster gehören im Winter einfach dazu, aber man sollte sie schon etwas kontrollieren und beobachten. Wir lassen beim Kochen oder Schlafen immer eine Dachluke oder ein Fenster einen kleinen Spalt offen (Zwangslüftung ist extrem wichtig!) und wischen  die Scheiben jeden Morgen konsequent mit einem Mikrofasertuch ab. Hierfür gibt es auch sehr praktische Kondenswasser-Entferner, da saugst du das Wasser theoretisch von den Fenstern und leerst danach den Behälter. So etwas spart natürlich auch Zeit und macht den Job nochmal besser als ein Tuch! Ansonsten nutzen wir noch ein paar Luftentfeuchter-Säckchen an den fiesen Stellen oder auch in Ecken, diese sind super günstig, easy und können hier zusätzlich echte Wunder wirken.

5. Eine kleine warme Umarmung

Um die kalten grauen Tage trotzdem gemütlich zu gestalten, helfen ein paar ganz einfache Dinge, die du bestimmt auch in einer Wohnung nutzt, wenn es im Winter draußen kalt und unangenehm wird. Eine dicke Kuscheldecke, eine angezündete Kerze (alternativ können auch Fake-Kerzen sicher und schöne Stimmung erzeugen) oder die erste heiße Tasse Kaffee können im Winter alles verändern.

Beim Winter Vanlife geht es vor allem darum, sich diese kleinen Wohlfühl-Momente ganz bewusst zu kreieren. Häng dir eine Lichterkette auf, zieh die dicken Wollsocken an, mache dir eine Wärmflasche und einen leckeren Tee in eine große Thermoskanne und leg weiche Textilien bereit und du wirst anfangen, diese ruhigen, frostigen Morgenstunden richtig zu lieben. 

Kleiner Tipp: Fertig-Suppe kann an dunklen Abenden oder nach einer langen anstrengenden Winter Wanderung wirklich plötzlich sehr lecker schmecken. Habe so ein paar Easy-Gerichte dabei, die schnell gehen und dich schnell von Innen aufwärmen. 

6. Genieß die ruhige Jahreszeit

Nachdem ich euch jetzt mitgenommen habe und die, meiner Meinung nach, wichtigsten Tipps mit euch geteilt habe, ist es glaube ich sehr wichtig, zu wissen, dass es anders sein wird, als im Sommer draußen vorm Van zu sitzen und die warmen Sommernächte zu spüren. Winter Vanlife wird kalt, es wird eng aber es bringt auch wirklich viel Entschleunigung, viel Ruhe und Gemütlichkeit mit. Wenn du in deinem kleinen aufgewärmten Van liegst, der nach Zimt und Zitrusfrüchten riecht und du im Bett deine Fertig-Suppe schlürfst und deine Lieblingssendung schaust, wirst du verstehen, was ich meine! Als letzten Tipp würde ich dir raten: Plane viel kürzere Fahrstrecken, entdecke Orte, die im Sommer total überlaufen und jetzt völlig menschenleer sind, und lass dich auf die unglaubliche Stille ein, die die Kälte oft mit sich bringt. Wenn du morgens deinen eigenen Atem in der klaren Luft siehst und den frischen Schnee unter deinen Stiefeln knirschen hörst, den Kaffee in der kalten Luft trinkst und den Kaffeedampf siehst, wirst du genau wissen: Das ist der Grund, warum du im Winter mit deinem Van überhaupt erst los wolltest!


Also, bist du bereit loszufahren?

 Wo wartet dein Schnee-Abenteuer?

Für das ultimative Wintercamping musst du nicht zwingend 3.000 Kilometer bis ans Nordkap fahren. Egal, ob dein Roadtrip dich weit hoch in den rauen, tiefverschneiten Norden Norwegens führt oder du dich einfach für ein paar Tage in den Alpen einschneien lässt, ich verspreche dir, du wirst überall auf deine Kosten kommen und die pure Winterromantik finden.

Es hat einfach etwas Magisches, morgens die vereiste Schiebetür aufzuschieben, den ersten Atemzug in der kalten Luft zu nehmen und in eine völlig weiße, stille Welt zu blicken.

Damit du dir genau dieses Gefühl schon mal auf den Bildschirm holen kannst (und vielleicht die letzte Motivation für deinen eigenen Winter-Trip sammelst), teile ich hier unsere schönsten und kältesten Momente mit dir. Schnapp dir eine Tasse heißen Kaffee, klick dich durch unsere Vanlife-Galerie und lass die Vorfreude wachsen!