Mit dem Van durch Österreich:
Unsere Bergseen-Route, strenge Freisteh-Regeln
& Tipps gegen Hitze
Wenn der Sommer Europa im Griff hat und sich der Camper in einen kleinen Backofen verwandelt, gibt es für uns nur eine Lösung: Ab in die Berge!
Eigentlich lieben wir das Meer, aber gerade mit Hund im Van wird die brütende Hitze ab 30 Grad einfach zu viel. Oberösterreich ist für uns in solchen Momenten der absolute Safe Space. Durch unsere vier Jahre, die wir in Linz gelebt haben, kennen wir die Region in und auswendig und wissen genau, wo man der Hitze am besten entkommen kann.
Aber bevor wir dir unsere liebsten, eiskalten Bergseen verraten, müssen wir über den sprichwörtlichen Elefanten im Raum sprechen: Das Freistehen.
Freistehen in Österreich: Ein teurer Traum?
Mach dich auf eine harte Realität gefasst: Wildcampen und Freistehen in Österreich ist unfassbar schwer und teilweise fast unmöglich. Anders als in Schweden oder auch stellenweise in Südeuropa, sind die Regeln hier extrem streng.
Österreich ist stark reglementiert und die Strafen für illegales Übernachten im Camper tun richtig weh (wir sprechen hier von mehreren hundert Euro!). Naturschutzgebiete, Forststraßen und private Almen werden streng kontrolliert.
Unser Tipp für Oberösterreich: Dass wir uns hier so gut auskennen, war unser größter Vorteil. In Oberösterreich ist die Lage im Vergleich zu Tirol oder Salzburg minimal entspannter, aber trotzdem gilt: Stell dich niemals einfach in den Wald oder an den See. Such dir über Apps wie Park4Night offizielle, kleine Stellplätze von Gemeinden oder frag bei Bauernhöfen und Gasthäusern, ob du nach einem guten Abendessen für eine Nacht auf dem Parkplatz stehen darfst. Das erspart dir den nächtlichen Besuch der Polizei! Wie du oben auf dem Foto siehst, gibt es immer wieder mal ganz tolle kostenlose Angebote von Einheimischen, die ihre Einfahrt oder ihr Grundstück für ein oder zwei Nächte anbieten. Halte also Ausschau nach so süßen Plätzen, wo du dich dann auch sicher und wohl fühlen kannst!
Abkühlung pur: Unsere 4 liebsten Bergseen in Oberösterreich
Wenn die Sonne unerbittlich auf das Camper-Dach knallt, packen wir unsere Badesachen und Lubo ins Auto und steuern diese vier Orte an:
1. Der Almsee
Ein absoluter Klassiker und landschaftlich kaum zu übertreffen. Der See liegt eingebettet zwischen massiven Felswänden. Das Wasser ist selbst im Hochsommer erfrischend kalt. Perfekt für einen entspannten Spaziergang am Ufer, bevor man mutig ins Wasser springt. Es gibt einen wunderschönen Rundweg einmal komplett um den See herum. Wenn du diesen entlangläufst, findest du immer wieder tolle Stellen, an denen etwas weniger los ist und wo du und dein Hund super ins Wasser springen könnt. Da der Almsee aber auch schon lange kein reiner Geheimtipp mehr ist, solltest du dir bewusst sein, dass hier im Hochsommer an schönen Tagen einiges los sein kann. Fahr am besten früh genug los, bevor der große Andrang startet, oder nutze die Abendstunden.(Achtung: Hier gibt es strenge Naturschutz-Zonen, bitte Hinweisschilder beachten! Da ohnehin Leinenpflicht herrscht, nutzen wir in solchen Gebieten super gerne eine wetterfeste Biothane-Schleppleine, damit Lubo trotzdem maximale Freiheit beim Abkühlen hat.)
2. Der Große Ödsee
Ein echter Geheimtipp im Almtal! Sobald du von der Hauptstraße runter auf die Schotterstraße fährst, die hoch zum Parkplatz des Almtalerhauses führt, findest du einige Einbuchtungen, die man perfekt als Parkplatz für den Start der Wanderung nutzen kann. Von dort aus muss man ein kleines Stück durch den Wald spazieren, aber der Weg lohnt sich wirklich sehr! Der See schimmert smaragdgrün und durch den umliegenden Wald findet man auch in der Mittagshitze immer ein schattiges Plätzchen am Ufer.
3. Der Kleine Ödsee
Gleich nebenan liegt der kleine Bruder. Wenn es am großen See mal etwas voller sein sollte, findet man, wenn du ein Stückchen weiter läufst, hier meistens noch eine ruhige Ecke. Das Wasser ist kristallklar und der perfekte Ort, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
4. Der Offensee
Ein absoluter Traum im Salzkammergut! Was wir am Offensee besonders lieben: Er ist weitläufig genug, damit sich niemand auf die Füße tritt, und auch für Hunde ein echtes Paradies, um sich die Pfoten abzukühlen.
Bedenke aber, dass die Parkplätze hier in der Hauptsaison mittlerweile etwas kosten. Du kannst bei den meisten Plätzen ganz unkompliziert über eine App bezahlen. Vor Ort ist immer ausgeschildert, ob und wie viel fällig wird. Beim Offensee war das früher kostenlos, wurde mittlerweile aber streng geregelt. Auch das Stehen über Nacht wird hier strikt kontrolliert, weshalb du es unbedingt bei einem reinen Tagesausflug belassen solltest. (Damit der Camper nach dem Badespaß trocken bleibt, haben wir für Lubo übrigens immer ein extrem saugfähiges Mikrofaser-Hundehandtuch im Gepäck, das im Van auch superschnell wieder trocknet).
Unser Insider-Fazit zu Österreichs Seen
Es gibt sicherlich noch unendlich viele andere Gewässer, das ist ja gerade das Tolle am Salzkammergut und ganz Österreich. Du wirst hier an jeder Ecke wunderschöne Seen finden. Wir haben allerdings oft die Erfahrung gemacht, dass die großen, bekannten Seen extrem dicht an Privatgrundstücke grenzen oder an den öffentlichen Badestellen keine Hunde erlaubt sind. Deswegen steuern wir am liebsten die etwas kleineren Seen an, vielleicht auch die, zu denen man erst ein Stück laufen muss und die nicht direkt mit dem Auto erreichbar sind. Dort kannst du dir fast sicher sein, einen entspannten Platz für dich und deinen Hund im Schatten zu finden.
Als kleinen Extra-Tipp: Nach 4 Jahren Leben in Linz, von wo aus wir super oft und spontan am Wochenende in die Berge gefahren sind, wissen wir: Die Österreicher lieben und nutzen ihre Natur genauso sehr wie wir! Sobald die Sonne rauskommt, werden die kleinen Parkplätze schnell voll und freie Plätze direkt am Seeufer rar.
Unsere Lösung an solchen Tagen: Wir haben dann einfach die unzähligen eiskalten Flüsse und Bäche genutzt! Die sind teilweise so groß und wunderschön, dass man fast vergisst, nicht an einem See zu stehen. Schau auf der Karte also unbedingt auch mal nach Parkplätzen, die direkt an einem Bach oder Fluss liegen. Ich bin mir sicher, ihr findet dort eine genauso gute, wenn nicht sogar noch bessere, Abkühlung!
Hitze im Van: So überleben wir (und Lubo) die heißen Tage
Unsere Überlebens-Strategie:
Fahrzeiten anpassen: Wir fahren extrem früh am Morgen oder spät abends. Den Fehler, bei 35 Grad Außentemperatur am Steuer konzentriert bleiben zu wollen und gleichzeitig einen großen Hund fit zu halten, machen wir definitiv nicht noch mal, ich sag euch, da sind wir fast verrückt geworden!
Schatten-Management: Wir parken immer so, dass der Van zumindest in der morgendlichen und mittäglichen Sonne im Schatten steht. Die Markise fährt sofort aus, sobald wir den Motor abstellen (vorausgesetzt natürlich, der Stellplatz erlaubt es). An unaufhaltsam heißen Tagen ist es definitiv eine Überlegung wert, ganz bewusst Campingplätze anzusteuern, auf denen du dich richtig ausbreiten darfst. Falls du keine Markise am Van hast: Pack dir einfach einen Sonnenschirm ein, um dir und deinem Hund einen schattigen Platz zu basteln. Das funktioniert genauso gut!
Lüften mit System: Tagsüber bleiben die Fenster auf der Sonnenseite strikt zu und verdunkelt. Erst wenn die Sonne untergeht, machen wir kompletten Durchzug. Um den Innenraum wirklich gut abzudichten, können wir dir außerdem passgenaue Thermostaten und Abdeckungen für das Fahrerhaus extrem ans Herz legen! Genau dort kommt nämlich die meiste Hitze (oder eben Kälte beim Winter-Vanlife) rein. Am Anfang haben wir sie kaum benutzt, weil wir dachten, das sei unnötig, aber es macht tatsächlich einen riesigen Unterschied! (Achtung: Achte darauf, dass du genau die aussuchst, die für dein Fahrzeug passt!).
Vanlife mit Hund im Hochsommer:
Für Lubo ist die Hitze durch sein dichtes Fell oft noch anstrengender als für uns. Ausflüge in der prallen Sonne sind bei uns im Sommer deshalb komplett gestrichen. Wenn wir nicht gerade an einem der eiskalten Bergseen liegen, verbringt er die Mittagszeit meistens tiefenentspannt im Van bei Durchzug (wir lassen hinten und vorne einen Spalt offen, damit der Wind die Temperatur etwas reguliert). Ansonsten sucht er sich gerne vor dem Van unter der Markise seinen Platz und am liebsten versteckt er sich direkt unterm Auto (wobei er das eigentlich gar nicht soll…).
Unser absoluter Gamechanger für solche Tage: Eine gute Kühlmatte für Hunde! Wir legen sie ihm einfach in den Schatten vor oder in den Camper. Sie kühlt durch reinen Körperkontakt, völlig ohne Strom oder nasses Fell. Ohne dieses Teil würden wir im Hochsommer nirgendwo mehr hinfahren!