Vanlife mit Hund

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wie funktioniert das?

Die Frage ist längst nicht mehr nur, ob Vanlife mit Hund funktioniert, sondern vielmehr: Wie funktioniert es im Alltag wirklich? Wenn du dein Leben im Camper mit Vierbeiner planst, schwirren dir wahrscheinlich tausend Dinge durch den Kopf. Und ja, jeder Hund und jedes Team ist völlig individuell. Trotzdem gibt es ein paar goldene Regeln und bewährte Abläufe, die uns das Leben „on the road“ extrem erleichtert haben.

Hier sind meine wichtigsten Erkenntnisse, Checklisten und Tipps, die du dir ganz einfach abschauen und direkt für deine eigene Vanlife-Reise notieren kannst!

Vanlife mit Hund: Die ungeschönte (und flauschige) Realität

Am Ende eines langen Tages voller Abenteuer gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als das Bett im Van auszuziehen und mich mit meinem Hund einzukuscheln. Als Alleinreisende oder im Paar – ein Hund im Camper ist nicht nur der beste Reisebegleiter, er gibt auch ein unglaubliches Gefühl von Sicherheit, weil er sofort merkt, wenn sich jemand dem Van nähert. Und ganz ehrlich: Er bringt mich jeden Tag zum Lachen.

Aber machen wir uns nichts vor: Vanlife mit einem großen Hund (in meinem Fall ein Weißer Schäferhund, der gefühlt die halbe Wohnfläche einnimmt und eine Menge weiße Haare verteilt) erfordert Kompromisse. Es gibt Nächte mit unruhigem Schlaf, unerwartete Pipi-Pausen um 3 Uhr morgens im strömenden Regen und heiße Sommertage, die plötzlich zur logistischen Herausforderung werden. Ein großer Hund passt nun mal nicht einfach in eine Handtasche, wenn man ins Café will.

Trotzdem würde ich es für nichts in der Welt ändern. Wenn du überlegst, deinen Hund mit in den Van zu nehmen, ist hier mein ultimativer Guide, wie das Leben auf vier Rädern mit vier Pfoten entspannt funktioniert.

 


5 Punkte, die man beim Vanlife mit Hund bedenken sollte:

1. Die Eingewöhnung & Fahrt

Wenn der Van neu für deinen Hund ist, wirf ihn nicht direkt ins kalte Wasser. Es ist eine gute Idee, ihn langsam an den Camper zu gewöhnen, bevor die große Reise losgeht. Mein Tipp: Beende eure normale Gassi-Runde doch mal am Van. Setz dich mit einer Tasse Kaffee hinein, lies ein Buch und lass deinen Hund entspannen, damit er lernt: Der Van ist ein Ort der Ruhe.

Während der Fahrt steht Sicherheit an erster Stelle. In vielen Ländern herrscht Anschnallpflicht für Hunde. Besorg dir ein gutes Sicherheitsgeschirr oder einen Adapter für das Gurtschloss. Plan außerdem regelmäßig Pausen ein, alle paar Stunden müssen die Beine (und Pfoten) gestreckt werden. Achte auch auf deine Playlist: Manche Hunde reagieren sehr sensibel auf bestimmte Musik oder laute Bässe. Halte die Lautstärke angenehm, um Stress zu vermeiden.

2. Reiseziele & Das Wetter-Dilemma

Mit einem Hund reist man anders. Städtetrips und stundenlanges Shoppen fallen meistens flach aber genau das spart Geld und lenkt den Fokus auf echte Naturerlebnisse.

Die größte Herausforderung ist die Hitze. Wenn du im Hochsommer unterwegs bist, musst du deine Route anpassen. Stundenlanges Wandern in der prallen Sonne oder über heißen Asphalt ist tabu (mach den Test: Wenn der Boden für deine nackten Füße zu heiß ist, ist er es auch für Hundepfoten!). Such stattdessen gezielt nach Wäldern, schattigen Schluchten und Orten mit Wasserzugang, wo sich dein Hund (und du) abkühlen könnt.

Vergiss nicht, vor Grenzüberschreitungen die Einreisebestimmungen zu checken. Oft werden bestimmte Impfungen, Entwurmungen oder Dokumente verlangt.

3. Wo schlafen wir heute?

Egal ob Freistehen oder Campingplatz, mit einem großen Hund musst du die Umgebung scannen. Wenn wir auf Campingplätzen stehen, lese ich vorher immer die Bewertungen: „Hundefreundlich“ bedeutet oft nur, dass Hunde an der extrem kurzen Leine geduldet werden. Das macht weder dir noch dem Hund Spaß.

Mein Lifehack für den Stellplatz: Eine lange Schleppleine (oder eine Longe aus dem Pferdebedarf). Die kannst du sicher am Van oder mit einem Bodenanker in der Erde befestigen. So hat dein Schäferhund Bewegungsfreiheit, kann entspannen, rennt aber nicht versehentlich dem nächsten Reh oder den Hühnern des benachbarten Bauernhofs hinterher.

4. Einkaufen & Alltag im Van

Hier kommt der wichtigste Punkt, bei dem es keine Kompromisse gibt: Lass deinen Hund niemals an warmen Tagen allein im geschlossenen Van! Selbst wenn es bewölkt ist, kann sich ein Fahrzeug extrem schnell aufheizen. Wenn du wissen willst, wie sich dein Van anfühlt, setz dich selbst mal für ein paar Minuten bei geschlossenen Türen nach hinten, wenn es dir unangenehm wird, wird es das für deinen Hund erst recht.

Wie managt man also Einkäufe als Alleinreisende oder Paar?

  • Support Local: Nutze kleine Hofläden oder Obststände am Straßenrand. Dort sind Hunde meistens willkommen oder du hast den Van mit offenen Türen direkt im Blick.

  • Click & Collect: Wenn du einen Großeinkauf brauchst, bestelle bei großen Supermärkten vor. Du fährst auf den Parkplatz, holst deine Kisten ab und bist in 5 Minuten wieder weg.

  • Wenn es wirklich kühl genug ist und du für 10 Minuten in den Laden springst: Sorge für Durchzug (Dachluke auf, Fenster einen Spalt offen) und nutze ein gutes Lenkradschloss – leider werden Hunde manchmal gestohlen, weil das Fahrzeug gestohlen wird.

5. Futter-Logistik für große Hunde

Ein kleiner Hund braucht eine kleine Dose. Ein großer Weißer Schäferhund frisst definitiv mehr. Wenn du roh fütterst (BARF) oder spezielles Futter nutzt, brauchst du eine ordentliche Kühlbox und musst deine Route so planen, dass du alle paar Tage Nachschub besorgen kannst. Zum Glück gibt es mittlerweile fast überall gute Tierhandlungen. Auch wir haben hier lange suchen müssen, da unser Lubo Hypoallergenes Futter bekommt und wir nicht für ein Jahr Proviant mitnehmen konnten. Aber von Land zu Land haben wir gemerkt, welche Marken er verträgt, denn oft gibt es ähnliches Futter nur von anderen Marken. Wir machen es oft so, wenn wir ihn an neues Futter gewöhnen, es am Anfang mit seinem gewöhnlichen zu mischen und die Dosis nach und nach zu verringern, so dass der Körper sich an das neue Futter gewöhnt. Und ich muss sagen, das hat echt immer super geklappt und inzwischen wissen wir genau, welche Marken und welches Futter wir in welchem Land bekommen. Habt da einfach Geduld, informiert euch, zur Not könnt ihr es auch im Internet bestellen und sogar an manche Hundeläden im Ausland schicken lassen. 


Rikes Packliste für deinen doggo: Was immer im Van sein muss


Der Platz ist begrenzt, aber diese Dinge sind relevant für ein funktionierendes System auf wenig Raum:

1. Zwei Mikrofaser-Handtücher: Haben wir am Anfang komplett vergessen, aber jeder weiß, die Hundepfoten werden dreckig. Also immer ein Hundehandtuch mehr im Gepäck als eins zu wenig. Das Gute an den Mikrofaser-Handtüchern ist, sie trocknen schnell, nehmen den Schmutz aus dem Fell und verhindern den typischen „Nasser-Hund-Geruch“ im Camper.

2. ein bequemes Hundebett, Hundekiste oder Decke, wo er wenn er matschig ist oder wenn er zur Ruhe kommen soll hingewiesen werden kann. Vor allem bei einem großen Hund, hat man dementsprechend das "Problem", dass man auch ein großes Bett für ihn oft hat. Das kann natürlich oft im Weg liegen... Wir haben es uns so angewöhnt, es wenn wir es gerade nicht brauchen draußen zu lagern (wenn der Stellplatz es erlaubt), dann kann es auch schön lüften und liegt nicht im Weg rum. Ansonsten haben wir uns extra eins gekauft, welches perfekt zwischen den Fahrer und Beifahrer sitzt passt. Da liegt Lubo gerne und kann am Abend, wenn wir kochen oder uns im Van hin und herbewegen wollen, dort hingeschickt werden.

3. Hunde-Reiseapotheke: Zeckenzange, Verbandszeug, Augentropfen, Bepanthen und Desinfektionsmittel. (Hunde finden immer einen Weg, sich im Gebüsch zu kratzen). Für uns hieß es leider oft, los gehts mal wieder zum veterenario, dem spanischen Tierarzt, da Lubo als Schweizer Schäferhund, eher gedacht für kältere Regionen, durch die Wetter und Klimaumstellung eine Analdrüsen Infektion bekommen hat. (Alles halb so schlimm, wenn man weiß, wie man es behandelt, aber auch solche Dinge können kommen). Das Gute, ist dass es vor allem in Spanien und Portugal sehr viele flexible Tierartzpraxen gibt, wodurch der ständige Besuch an unterschiedlichen Orten sehr einfach war. Dennoch packen wir gerne eine Salbe zu viel ein, als zu wenig, weil wir genau wissen, wie sensibel unser Hund an bestimmten stellen ist. Überleg also, ein paar Ohrentropfen, pflegende Tücher und vielleicht doch das Hundeshampoo lieber einzupacken, wenn du weißt, dass dein Hund sowas gebrauchen könnte.

4. Faltbarer Wassernapf & Flasche: Für längere Wanderungen. Es gibt Trinkschalen, die einen Anti-Auslaufschutz haben, sehr praktisch, wenn man beim Auto fahren dem Hund trotzdem seine Wasserschale zur Verfügung stellen möchte.

5. Eine lange Schleppleine / Longe: Für den entspannten Abend am Stellplatz. Allgemein mein Tipp: nimm lieber 2-3 Leinen mit, du weißt nie, wann mal eine kaputt geht und ohne willst du auch nicht darstehen.

6. Eine mobile Dusche: Wir nutzen unsere Außendusche, um Schlammpfoten abzuwaschen, bevor der Hund in den Van springt. Das ist wirklich sehr praktisch, sowohl bei Schlammpfoten, als auch bei einem Hund der das Wasser liebt. Salzwasser am Hund sollte eh oft und im Idealfall abgeduscht werden, da es auf Dauer Juckreiz auslösen kann.

7. Autogeschirr: Je nachdem, wie du deinen Hund im Auto / Camper transportieren möchtest, solltest du unbedingt darauf achten, dass er alle korrekten Anforderungen entspricht, da es sein kann, dass du an den Grenzen manchmal stichprobenartig rausgezogen wirst und du dann schnell eine Strafe zahlen muss. Ansonsten gilt es natürlich auch der Sicherheit deines Hundes, also überleg hast du die Transportbox, das Autogeschirr mit Anschnallgurt oder das Netz vor deinem Kofferraum. 

8. Maulkorb: Ja, wir sind auch kein Fan davon, vor allem nicht Lubo... aber es ist wirklich gut einfach einen dabei zu haben. Wer weiß schon, wann er praktisch sein könnte und auch wenn du ihn am Ende nicht benötigen wirst, zu zeigen (in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Fähren, in Geschäften...), dass du einen hast, ist oft schon sehr hilfreich.

9. Hundebademantel: Ja okay, klingt vielleicht ein bisschen extra und wir haben tatsächlich auch noch keins, aber ich habe es oft bei anderen gesehen und ganz ehrlich oft mir gewünscht, eins zu haben. Ein nasser Hund mit viel Fell trocknet einfach nicht so schnell und auch wenn es mal kälter ist, kann er sich dadrin einfach wieder aufwärmen. Also falls du noch eins suchst, ich liebäugle schon lange mit dem Hundebademantel von Lill's.

10. Pflege: Falls du ebenfalls einen Hund mit viellllll Fell hast, vergiss nicht ein oder zwei Bürsten. Vielleicht noch einen anderen Kamm oder eine Krallenschere... Geh einfach die Dinge durch, die du im Alltag auch ständig benutzt und pack diese ein. Die anderen wirst du auch dann nicht plötzlich unterwegs nutzen. Und Achtung, die Kackbeutel nicht vergessen!

11. Spielzeug: Was man ja oft und gerne und schnell vergisst, was deiner kleinen Fellnase aber bestimmt fehlen wird, ist ein oder zwei Spielzeuge. Ein Wasserball, ein Leckerli-Suchspiel oder das liebste Kuscheltier, ein Kauknochen oder was auch immer. Das wird ihm das Gefühl von Zuhause geben und wenn es mal an Tagen durchregnet, gibt es auch für ihn eine schöne Beschäftigung. 

12. Falls dein Hund gerne mal wegläuft, beziehungsweise du Angst hast, dass er weglaufen könnte und dann nicht mehr zurück findet, weil er die Umgebung nicht kennt. Viele haben einen Tracker  für ihren Hund am Halsband. Wir haben schon öfter mal über so etwas nachgedacht und ich denke auch nicht, dass es falsch ist, sowas zu haben. Von Fressnapf gibt es den eignen und sonst ein paar weitere auf Amazon, von denen ich schon öfter gehört habe, dass sie gut sein sollen. Vielleicht lohnt es sich für dich so etwas vor Reise zu besorgen, schau gerne mal vorbei!

13. Der letzte Punkt bezieht sich auf das Thema: Ernährung. Überlege dir vorher, was du deinem Hund unterwegs füttern möchtest und informiere dich, ob es das Futter, falls er ein besonderes benötigt, es auch vor Ort gibt. Ich weiß, dass man oft auch Futter an die einheimischen Tierläden schicken lassen kann, aber auch sowas muss geplant sein. Falls er ganz spezielles Futter und Nahrungsergänzungsmittel bekommt, denk daran genug davon einzupacken. Lubo bekommt bei uns hypoallergenes Trockenfutter, wir haben aber gemerkt, dass er solange wir bei genau diesem Hypoallergenen bleiben, es (fast) egal ist, von welcher Marke. Anfangs kann das aber mit Durchfall und Schwierigkeiten einherkommen, also denk da auch lieber zu viel mit als zu wenig. Wir hatten immer einen Sack Trockenkarotten vom Fressnapf mit, die haben immer super bei Durchfall gewirkt und bei einem Futterwechsel prima geholfen.

Meine allerwichtigste Sache, die keiner, egal wie groß oder klein dein Hund ist, vergessen sollte: Regenmantel! Erleichtert dir in vielen regnerischen Situationen den Tag! Falls ich was vergessen habe, schreib mir gerne oder lass mich wissen, was deiner Meinung nach, essentiell für eine gelungene Reise mit Fellnase ist! 

Check up vor Abfahrt

Eine Sache, die ihr aufreden Fall vorher bei eurem Tierarzt abchecken lassen solltet, ist die generelle Grundfitness und Gesundheit eures Hundes. Wir sind v – Start unserer Reise auch mit Lubo zum Tierarzt und haben uns zusätzlich zu eigenen Recherchen aus dem Internet vor Ort erkundigt, welche Tabletten / Impfungen / Empfehlungen uns für auswärtige Reisen gegeben sind. Oft ist es gut, die Basics, wie eine gültige Wurmkur nochmal zu überprüfen und ggf. zu erneuern. Wir haben uns auch schon die für Lubos Größe passenden Tabletten gegen Zecken mitgeben lassen, so dass wir wussten, für die erste Zeit sind wi sicher. Egal, wie oft du schon vorher beim Tierarzt warst, ich würde dir das dringend empfehlen, denn es gibt eine Dinge, die sich unsere Liebsten unterwegs einholen können. Im Süden sind vor allem die Sandmücken, die in vor allem Portugal gegebenen (Pinien-) Prozessionsspinner und einige andere Krankheitserreger, die man gar nicht so auf dem schirm hat, von den aber schlimme Folgekrankheiten kommen können…. Deswegen, lieber einmal noch einen Check Up Termin beim Tierarzt machen lassen, dann seid ihr ready to go und wisst, eure Fellnase kann auch sicher mitkommen.

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