Wohin als Nächstes?
Wohin soll's gehen?
Wohin als Nächstes? Die Kunst der bewussten Routenplanung
Bevor du den Zündschlüssel wirklich umdrehst oder dich aufs Fahrrad schwingst, beginnt jede Reise mit einer simplen, aber ziemlich großen Frage:
Wo will ich eigentlich hin?
Die Möglichkeiten sind endlos und es gibt keine „richtige“ oder „falsche“ Route, nur deinen ganz eigenen Weg. Ich möchte hier einige unserer absoluten Lieblingsstopps und die Philosophie hinter unserer Routenplanung mit dir teilen. Nicht als starren Reiseplan, den man einfach abarbeitet, sondern als Inspiration für deine völlig eigene Landkarte. Bei uns es geht es vielmehr um das unterwegs sein, das "Orte spüren" und nicht "Sehenswürdigekeiten abklappern". Ich denke, man kann unsere Art des Reisens ganz gut mit dem Begriff des Slow Travel beschreiben. Dabei schließt man nicht unbedingt die einen Dinge aus, man eilt nur nicht so sehr von A nach B. Natürlich war das aber auch nur so, weil wir so viel Zeit hatten und ankommen konnten. Ein großer Faktor, warum wir nicht nur von der einen Stadt hin zum nächst größeren bekannteren Spot sind, ist weil diese Dinge uns gar nicht mehr allzu sehr beeindrucken und wir wirkliche Naturliebhaber (wie man so schön sagt) geworden sind, ein anderer Faktor dafür, wer unser Tempo bestimmt ist aber auch unser allerliebster "kleiner" Hund: Lubo.
Unsere Entscheidung, in den Süden zu fahren, wurde maßgeblich von unserem Weißen Schäferhund, Lubo, beeinflusst. Wenn du mit einem Hund im Van lebst, gibt sein Wohlbefinden oft das Tempo aber auch die Richtung vor. Genau wie wir blüht Lubo bei mildem Klima erst richtig auf. Unser absoluter „Sweet Spot“ liegt zwischen 20°C und 25°C. Das bedeutete für uns: Wir haben die brütende Hitze des tiefen Südens im Hochsommer gemieden und sind stattdessen immer der frischen Brise hinterhergefahren. Dabei wurde die Wetter-App plötzlich zu unserem wichtigsten Reiseführer.
Aber auch wir sind nicht die einzigen, die es im Winter in den schönen milden Süden zieht und in den teuren Sommermonaten weg von Strand in Italien hoch in den Norden. Sei dir bewusst, egal welche Route du nimmst, man wird nie ganz alleine sein, denn viele andere haben tatsächlich oft ähnliche Gedanken ;). Aber das ist ja irgendwie auch das Schöne, und nur so lernst du auch andere Reisende kennen (es sei denn, dass du das möchtest :)).
Unsere Route war fast nie in Stein gemeißelt. Je nach Jahreszeit, je nach Stimmung und der Energie eines Ortes haben wir unsere Pläne oft erst morgens beim ersten Kaffee gemacht. Manchmal ging es weiter, weil Erledigungen anstanden, an anderen Tagen entschieden wir uns um und blieben einen Tag länger, weil der Spot plötzlich unter der Woche ganz leer wurde. Spontanität ist für mich der wahre Luxus im Vanlife. Wir blieben dort, wo es sich „richtig“ anfühlte, und zogen weiter, wenn die Inspiration nachließ.
Was brauchst du gerade wirklich?
Ich halte persönlich nicht so viel von Routen. Stop, falsch.
Ich halte nicht viel von starren, festgelegten Routen, die dich mit Zeitdruck und wenig Option an den schönsten Orten vorbei jagen.
Im Gegenteil, falls du es vielleicht gesehen hast, bin ich gerade dabei meine eigenen Routen mit euch ein wenig zu teilen. Und all das genau aus dem Grund: Ich hatte immer das Gefühl, immer wenn ich mich vorher informierte, las ich am Ende genau die 10 gleichen Stopps, nur vielleicht anders angefahren. Und ja, natürlich gibt es Highlights und ich finde es selber toll, an bestimmten Orten mal gewesen zu sein, aber jedes Mal beim Reisen selbst, wenn ich dann wirklich unterwegs war, da sind mir Orte begegnet, bei denen ich mir gedacht habe, wie kann es sein, dass diese nicht genannt werden bzw. Orte, die durch Zufall dir begegnen und ganz einfach dich begeistern, weil sie so unentdeckt, roh und echt sind!
Ehrlich gesagt, ich liebe Google Maps dafür. Google Maps ist für mich wie Pinterest. Eine Inspirationsquelle für reale Orte. Du kannst einfach eingeben was du suchst und wirklich alles in deiner engeren Umgebung wird dir angezeigt. Ganz egal, wie berühmt dieser eine Fotospot aus Insta geworden ist!
Aber ich weiß auch, dass es nicht allen so leicht fällt und viele sich auch in der Menge überfordert fühlen. Mir macht das Spaß, deswegen übernehme ich auch zu 99% die Routenplanung bei uns, weil ich es liebe, zu speichern, anzuklicken, zu vergleichen, Entfernungen rauszuschreiben und und und. Aber mein Freund, Marco… Ohje, ihm macht es weniger Spaß und genau da dachte ich mir, damit ist er bestimmt nicht alleine!
Und hier komme ich als kleine Eigenwerbung auf mein eigenes bald kommendes Produkt: ein digitaler modularer Reiseplaner!
Ich schreib dir keine 0/8/15 Route, sondern gebe dir Empfehlungen, Möglichkeiten mit verschiedenen Routen und Orten, die du sehen kannst, aber auch weglassen kannst. Ganz nach deiner Laune, dem Wetter und jeglicher anderen Vorraussetzung. Ich mache das, weil ich hoffentlich anderen vielleicht damit helfen kann und die Last, die mir eine Freude ist, euch abnehmen möchte. Deine Reise sollte ja nicht schon vor Beginn überhaupt mit Kopfschmerzen und Gedankenchaos beginnen, oder?
Bevor du aber egal mit welcher Planung auch immer, weiter vorfährst, frag dich ganz ehrlich: Was will und brauche ich genau jetzt?