Remote Work im Camper
Mein Setup, Strom & Internet für Vanlife Anfänger
Kurz bevor es für uns im November 2024 losging, passierte das Unglaubliche: Ich fand einen flexiblen Job, den ich komplett von unterwegs ausüben durfte. Ich war nicht nur überaus dankbar, sondern stellte mich direkt darauf ein, das perfekte Setup aufzubauen, um entspannt im Van arbeiten zu können.
Aber seien wir ehrlich: Es war nicht immer einfach. Vor allem das Thema Stromversorgung hat uns anfangs viele Nerven gekostet. Unser anfängliches Strom Setup war viel zu klein und die dunklen Wintermonate machten es für unser Solarpanel nicht leichter. Aber wir haben daraus gelernt! Nach und nach haben wir unser System verbessert und uns externe Hilfe in Form einer Powerstation geholt. Wie das genau aussieht und wo du als Vanlife Anfänger am besten startest, zeige ich dir hier, damit du meine Fehler direkt vermeiden kannst.
Internet im Van: So hast du überall Empfang
Bevor du über Strom nachdenkst, brauchst du eine stabile Internetverbindung. Das Tolle am Remote Work ist die Ortsunabhängigkeit, aber ohne Netz platzt dieser Traum schnell. Wenn du in einem Meeting bist oder eine Deadline hast, darf das Internet einfach nicht wegbrechen.
Wir haben uns anfangs gegen teure Lösungen wie Starlink entschieden und stattdessen das Internet über unser Handy (Hotspot) genutzt. Dafür haben wir uns beide Verträge mit unbegrenztem Datenvolumen geholt. Mein Fazit nach einem Jahr? Es hat erstaunlich gut funktioniert! Wir waren in Ländern unterwegs, in denen der Empfang super war (die meisten „Funklöcher“ hatten wir tatsächlich in Deutschland).
Meine 3 wichtigsten Tipps für mobiles Internet im Camper:
Nutze ein VPN: Wenn du über öffentliche WLANs (z.B. in Cafés) arbeitest oder sensible Daten (wie Online Banking) nutzt, ist ein VPN Pflicht für deine Sicherheit.
Plane Puffer ein: Es kam ein- oder zweimal vor, dass wir mitten am Arbeitstag den Stellplatz wechseln mussten, weil die Verbindung abbrach. Das stresst enorm! Hab immer einen Plan B.
Ein mobiler Router lohnt sich: Wenn du Vollzeit im Van arbeitest und nicht flexibel bist, hol dir einen mobilen Router. Da packst du deine SIM-Karte rein und hast eine deutlich stabilere Verbindung als nur über den Handy-Hotspot.
Premium Option Starlink: Wer das nötige Kleingeld hat und zu 100 % autark und störungsfrei arbeiten will, für den ist Starlink aktuell die beste Lösung auf dem Markt.
Stromversorgung: Mein Lebensretter für Laptops und Handys
Ob für den Job, die Kamera oder das Handy, ohne Strom kommst du beim Vanlife nicht weit. Die meisten Camper haben ein eigenes Strom Setup verbaut. Wir starteten mit einer klassischen Kombination: 100 Ah AGM Batterie, einem kleinen Solarpanel auf dem Dach und einem Ladebooster für das Laden während der Fahrt.
Wir haben schnell gemerkt: Das reicht im Winter nicht! Man möchte nicht jeden Tag stundenlang fahren müssen, nur um den Laptop laden zu können. Bedenke, was alles im Van Strom zieht:
Kühlschrank oder Kühlbox
Wasserpumpe
Beleuchtung und Standheizung
Laptops (die beim Arbeiten extrem viel verbrauchen!)
Wir mussten also aufstocken. Nachdem wir ein größeres und besseres Solarpanel installiert hatten, die Kontakte verbessert und eine neue Aufbaubatterie eingebaut hatten, trafen wir in Italien eine Entscheidung, die unseren Remote Work Alltag komplett verändert hat.
Warum ich mich für eine Powerstation entschieden habe
Wir standen in der Toskana in einem Elektromarkt und haben uns spontan die größte EcoFlow Powerstation gekauft, die auf Lager war. Warum wir unser System damit ergänzt haben, ist leicht erklärt:
Eine Powerstation ist die perfekte, platzsparende „Plug & Play“ Lösung. Du musst keine komplizierten Kabel im Van verlegen. Wir wollten einfach mehr Extra-Power, ohne unser bestehendes System komplett umzubauen.
Die größten Vorteile der EcoFlow im Vanlife Alltag:
Einfaches Laden während der Fahrt: Du steckst sie einfach an den 12V-Zigarettenanzünder. Wenn du am neuen Stellplatz ankommst, ist sie wieder voll.
Solar-kompatibel: Mit faltbaren Solarpanels kannst du sie tagsüber einfach vor den Van in die Sonne stellen.
Flexibles Arbeiten: Die kleinere Version ist so handlich, dass du sie problemlos mit ins Café nehmen kannst, um dort zu arbeiten.
Meine Erfahrung mit der EcoFlow
Seit wir die EcoFlow an Bord haben, ist das Arbeiten im Van absolut stressfrei geworden. Ich muss mir keine Sorgen mehr machen, dass mein Laptop im wichtigsten Zoom-Call ausgeht oder wir den Kühlschrank ausschalten müssen, um Strom zu sparen.
Sie lädt meine Geräte blitzschnell auf und hat genau die Anschlüsse (USB-C, normale Steckdosen), die ich für mein Büro-Setup brauche. Wenn du planst, länger im Van zu arbeiten und nicht täglich auf dem Campingplatz am Landstrom hängen willst, ist eine Powerstation meiner Meinung nach ein absolutes Muss.
Fazit: Remote Work im Camper erfordert etwas Planung und das richtige Equipment. Aber wenn das Setup einmal steht, gibt es nichts Schöneres, als den Laptop mit Blick aufs Meer zuzuklappen! Du willst wissen, auf welchen Routen ich am besten arbeiten konnte?
Mein Van-Büro: Ergonomie auf kleinstem Raum
Wenn man 40 Stunden die Woche im Camper arbeitet, merkt man schnell: Der Van ist kein ergonomischer Arbeitsplatz, wie du den eventuell vorher hattest… Ein starrer Nacken und Rückenschmerzen sind vorprogrammiert, wenn man nicht aufpasst. Wo arbeite ich am liebsten? Meistens in unserer Sitzecke. Wir hatten uns am Anfang extra für ein Layout entschieden, bei dem du das Bett tagsüber zum Tisch mit Sitzecke umbaust, um einen großen Arbeitsplatz für mich und meinen Freund zu haben. Vom Platz her hat das super funktioniert, damit ich aber nicht wie ein Schluck Wasser nach einer Stunde Arbeit in der Kurve hänge, habe ich mir ein kleines Setup zugelegt. Sehr praktisch war für mich ein höhenverstellbarer Laptoptisch / Laptopständer. Damit kommt der Bildschirm auf Augenhöhe. Dazu noch eine kabellose Maus und Tastatur, und schon wird aus dem kleinen Esstisch ein vernünftiger Arbeitsplatz. Wenn das Wetter gut ist, nehme ich meinen Laptop auch gerne mit nach draußen. Dafür kannst du dir eine matte Folie für deinen Laptopscreen kaufen, die kosten meistens nicht viel, schützen dein Gerät und es funktioniert super, um die starken Reflexionen zu vermeiden.
Vanlife Alltag & Arbeiten: Meine 3 wichtigsten Tipps
Disziplin (Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit): Im Van verschwimmt alles. Du schläfst, isst und arbeitest auf (nicht mal) 6 Quadratmetern. Klapp deinen Laptop nach Feierabend physisch zu und räum ihn weg. Das signalisiert dem Kopf: Jetzt ist Freizeit.
Wir hatten eine kleine Ecke in einem unserer Schränke wo wir unsere ganze Elektrik drin hatten. Vom Laptop zum Aufladekabel, den Festplatten, Maus und Tastatur. Das kann ich dir sehr empfehlen, um einerseits Arbeit vom Alltag zu treffen und andererseits Ordnung zu behalten. Außerdem sind die wertvollen Geräte so direkt geschützt und nicht direkt von außen einsehbar.
Routenplanung nach Empfang: Plane deine Route nicht nur nach schönen Aussichten, sondern checke vorher über Apps, ob es dort Netz gibt. Nichts ist stressiger, als morgens um 8 Uhr panisch einen neuen Stellplatz suchen zu müssen, weil das Internet für das Meeting nicht reicht. Bei Park4Night kannst du dir immer super die Bewertungen durchlesen und oft schreiben andere Reisende da auch rein, ob sie Empfang hatten oder nicht. Auch wenn jeder Anbieter da ein wenig variiert, kann man sich meistens ganz gut darauf verlassen.
Der Plan B für schlechtes Wetter: Wenn es tagelang regnet, fällt einem im Van beim Arbeiten schnell die Decke auf den Kopf. Such dir vorher schon gemütliche Cafés oder Coworking-Spaces auf der Route raus, in die du flüchten kannst.
Fazit: Lohnt sich Remote Work im Van?
Ein ganz klares Ja! Es erfordert anfangs Disziplin, das richtige Equipment (Thema Stromversorgung und EcoFlow) und eine gute Planung. Aber das Gefühl, in der Mittagspause kurz ins Meer zu springen oder den Feierabend-Kaffee mit Blick auf die Berge zu trinken, wiegt jeden Stressmoment auf. Außerdem hatte ich das Gefühl tut es mir total gut finanziell während der Reise unabhängig zu sein und zu wissen, wir sind nicht nur auf unserem Gesparten unterwegs. Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es ist, einen remote Job zu finden, will ich dir hier nochmal kurz ermutigen! Es fordert Geduld, ich habe bestimmt 5 Monate nach was gutem gesucht und unendlich viele Bewerbungen geschrieben. Sei offen für alle Art von Jobausschreibungen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass große Portale wie „Indeed“ für mich schlechter funktionieren, dafür aber kleine lokale Jobausschreibungen oft flexibler sind. Kleiner Tipp: Du kannst auch mal in den Kulturzentren deiner Stadt schauen, oder über (Kunst-)Hochschulen schauen. Auch die suchen immer wieder und teilen oft Ausschreibungen von kleineren Unternehmen, die oft offen in der Kommunikation und im Austausch sind. Also, falls du gerade vor der Entscheidung stehst, deinen Job von unterwegs weiterhin auszuüben, dann mach das! Es wird sich definitiv lohnen und die paar anstrengenden Stunden im kleinen Van sind es für mich immer wieder wert gewesen, sobald ich aus dem Fenster geguckt habe und realisiert habe, wo ich hier wirklich bin!